Blumengeschäft im Kanton Luzern
Die Arbeit in einem Blumenladen ist körperlich anspruchsvoll und von saisonalen Herausforderungen geprägt: Die Raumtemperaturen sind eher frisch, die Hände werden immer wieder mal nass und Floristinnen und Floristen arbeiten vorwiegend im Stehen. Als Chefin ist es mir wichtig, dass mein Team gesund bleibt – mit der richtigen Kleidung, guter Körperhaltung, der Pflege der Hände und ausreichend Pausen.
Barbara Haag
- Unternehmen
- Barbara Haag Floristik in Luzern, Luzern
- Gründungsjahr
- 1995
- Anzahl Mitarbeitende
- 4
Gute Handpflege ist wichtig
Im Winter haben wir manchmal nur 13 Grad im Laden. Wir drehen die Heizung nicht voll auf, weil die Schnittblumen es lieber kühl haben. Unsere Hände sind oft im kalten Wasser und bekommen dadurch leicht Risse. Wir teilen untereinander Tipps für die Handpflege – neben professionellen Hautschutzmitteln nutze ich ein altes Hausmittel: die Hände mit Butter einreiben und dann mit Seife waschen.
Die richtige Kleidung macht den Unterschied
Gute Schuhe und warme Kleidung sind entscheidend. Bei den Schuhen achten wir auf eine gute Sohle mit Profil und ein Fussbett, das den Fuss stützt. Ich selbst trage medizinische Einlegesohlen und merke den Unterschied bei den Knien. Im Pausenraum haben wir Schuhe zum Wechseln, Jäckchen und Handgelenkwärmer bereit. Ich habe warme Faserpelzjacken für mein ganzes Team gekauft, damit immer eine warme und bequeme Jacke im Geschäft zur Verfügung steht. Wenn sich jemand bei mir bewirbt, sage ich gleich: mehrere Schichten zum Anziehen mitnehmen.
Langes Stehen und die richtige Körperhaltung
Wir stehen den ganzen Tag und beugen dabei oft den Nacken nach unten. Da unsere Floristinnen unterschiedlich gross sind, sich aber einen Tisch teilen, nutzen wir Tischaufsätze. So kann jede Kollegin ihre Arbeitsfläche anpassen und optimal arbeiten. Zusätzlich sind ein sportlicher Ausgleich und gezielter Muskelaufbau wichtig. Dadurch kann Problemen durch die einseitige Belastung und die häufige, nach vorne gebeugte Nackenhaltung beim Binden der Sträusse vorgebeugt werden.
Richtige Pausen machen
Wenn ich merke, dass eine Mitarbeiterin keine Pause macht, sage ich: «Du musst jetzt Pause machen.» Manchmal muss ich die Chefin raushängen. Sich hinsetzen, die Schuhe ausziehen, eine warme Mahlzeit essen und auch mal rausgehen, um den Kopf freizubekommen – das macht die Mitarbeiterinnen nach der Pause viel präsenter. Nach einem besonders vollen Tag schicke ich Mitarbeiterinnen auch mal früher nach Hause oder lasse sie am nächsten Tag später anfangen.
Danke sagen
Was mir als Chefin auch sehr wichtig ist, ist die mentale Gesundheit meiner Mitarbeiterinnen. Das fängt damit an, dass ich ihnen oft und herzlich «danke» sage für ihre Arbeit und ihnen mit Respekt und Wertschätzung entgegentrete.